Webhosting

Hoststar-Ausfall: Was Kundinnen und Kunden jetzt wissen müssen

31. Januar 2026
12 Min. Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Hoststar, ein Schweizer Webhosting-Anbieter aus dem Kanton Bern, kämpft derzeit mit einem länger andaürnden Serverausfall. Laut Berichten (u.a. watson.ch) sind seit mehreren Tagen verschiedene Dienste gestört:

  • Websites laden gar nicht oder extrem langsam
  • E-Mails können nicht gesendet oder empfangen werden
  • Teilweise sind auch Verwaltungsoberflächen wie My Panel betroffen

Offizielle und transparente Informationen sind bisher nur sehr spärlich vorhanden. Viele Kundinnen und Kunden wissen nicht genau, was Sache ist und wie lange der Ausfall noch daürt.

In diesem Beitrag erfährst du in einfachen Worten:

  • wie du prüfst, ob Hoststar oder nur deine Website ein Problem hat
  • was du sofort tun kannst, um Schäden zu begrenzen
  • wie du deine Online-Präsenz künftig robuster machst

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1. Was ist beim Hoststar-Ausfall passiert?

Laut einem Bericht von watson.ch ist Hoststar – wie zuvor bereits der Schwesteranbieter Webland – von einem längerfristigen Serverausfall betroffen. Beide gehören zur gleichen Holding (Miss Group). Wichtige Punkte:

  • Der Ausfall betrifft nicht alle, aber viele Kundinnen und Kunden.
  • Betroffen sind vor allem Webhosting- und Maildienste.
  • Es gibt Hinweise auf interne technische Probleme, nicht auf einen bekannten grossen Hackerangriff.
  • Die Kommunikation gilt als unzureichend: Es gibt keine oeffentliche Statusseite mit laufenden Updates.

Hoststar verweist grundsätzlich auf sein internes Monitoring: Laut Webseite wird die Infrastruktur rund um die Uhr ueberwacht und Probleme sollen früh erkannt werden. Trotzdem zeigt der aktuelle Fall: Monitoring allein schützt nicht vor einem grösseren Ausfall – entscheidend ist, wie schnell und transparent reagiert wird.

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2. Bin ich vom Hoststar-Ausfall betroffen?

Wenn du Hoststar-Kundin oder -Kunde bist, kannst du in wenigen Schritten prüfen, ob du betroffen bist.

2.1 Website-Check

1.Oeffne deinen Browser im normalen Modus (kein spezieller Firmen-VPN).
2.Rufe deine Domain auf, zum Beispiel `meine-domain.ch`.
3.Beobachte, was passiert:

- Seite lädt normal → wahrscheinlich kein direktes Problem bei dir.

- Seite lädt sehr langsam oder bricht mit Fehlermeldung ab (z.B. Server nicht gefunden, Connection timed out) → möglicher Hoststar-Ausfall.

Zusatzprüfung:

  • Rufe die Domain von einem anderen Netz aus auf (z.B. Handy mit Mobile-Daten statt WLAN).
  • Frage eine andere Person an einem anderen Standort, ob die Seite funktioniert.

2.2 Unabhängige Status-Seiten nutzen

Weil Hoststar keine oeffentliche Status-Seite hat, kannst du externe Dienste nutzen, z.B.:

  • `downforeveryoneorjustme.com/hoststar.ch`
  • `issitedownrightnow.com/status/hoststar.ch`

Wenn diese Seiten melden, dass hoststar.ch oder dein Server häufig nicht erreichbar ist, spricht das für ein generelles Problem und nicht für einen Fehler bei dir.

2.3 E-Mail-Funktion testen

1.Schicke dir selbst eine E-Mail von deiner Hoststar-Adresse an eine externe Adresse (z.B. Gmail).
2.Schicke eine Test-Mail von der externen Adresse zurück an deine Hoststar-Adresse.
3.Warte ein paar Minuten:

- Kommt nichts an oder gibt es Fehlermeldungen (Mail delivery failed, Server not reachable), ist der Maildienst zumindest gestört.

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3. Was du jetzt sofort tun solltest

Auch wenn du die technische Seite nicht verstehst: Es gibt ein paar einfache Schritte, mit denen du Schäden verringern kannst.

3.1 Ruhe bewahren und dokumentieren

  • Notiere dir Datum, Uhrzeit und Art der Störung (z.B. Website down, Mail sendet nicht).
  • Mache Screenshots von Fehlermeldungen.

Diese Dokumentation hilft später bei möglichen Ansprüchen gegenüber dem Anbieter oder bei der internen Auswertung.

3.2 Kundinnen und Kunden informieren

Wenn dein Geschäft von der Website oder Mail abhängt, informiere aktiv:

  • Platziere – falls noch möglich – einen kurzen Hinweis auf der Startseite (z.B. Wir haben aktuell technische Probleme, bitte kontaktieren Sie uns telefonisch.).
  • Nutze Social Media (Facebook, Instagram, LinkedIn), um eine alternative Kontaktmöglichkeit zu kommunizieren.
  • Informiere wichtige Geschäftspartner direkt per Telefon oder SMS.

Wichtig: Sag ehrlich, was du weisst, aber verspreche nichts, was du nicht kontrollieren kannst (z.B. Morgen läuft alles wieder).

3.3 Hoststar-Support kontaktieren

Hoststar bietet laut eigener Webseite Support per:

  • Support-Formular und E-Mail
  • Telefon (zu Bürozeiten)

Formuliere deine Anfrage schlicht:

  • Welche Services sind betroffen? (Domain, Webhosting, Mail, Datenbank)
  • Seit wann besteht der Ausfall? (Datum/Zeit)
  • Wie macht sich das Problem bemerkbar? (konkrete Fehlermeldung, Verhalten)

Bitte um eine Ticketnummer und, wenn möglich, eine ungefähre Einschätzung der Daür.

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4. Wie lange daürt so ein Ausfall normalerweise?

Das ist leider schwer vorherzusagen. Grundsätzlich gilt:

  • Kleine technische Störungen: Minuten bis wenige Stunden.
  • Grosse Serverprobleme oder Datenbankdefekte: Stunden bis Tage.
  • Komplexe Infrastrukturprobleme (z.B. nach einer Uebernahme oder Migration): im schlimmsten Fall mehrere Tage.

Im aktuellen Hoststar-Fall berichten Medien von einem mehrtägigen Ausfall. Das ist für einen professionellen Webhoster sehr lang und deutet auf tiefer liegende technische oder organisatorische Probleme hin.

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5. Was ist mit meinen Daten?

Die wichtigste Frage ist: Sind meine Daten sicher?

Seriöse Hoster – dazu gehört grundsätzlich auch Hoststar – betreiben regelmässige Backups. Dennoch gibt es Risiken:

  • Daten können verloren gehen, wenn Backups veraltet oder fehlerhaft sind.
  • Wiederherstellungen daürn je nach Umfang sehr lange.

So kannst du deine Datenlage abschätzen:

1.Prüfe in My Panel (sofern erreichbar), ob du Zugriff auf deine Datenbanken oder Dateiverzeichnisse hast.
2.Schaü in deiner eigenen IT, ob du zusätzliche Backups hast (lokale Kopie der Website, E-Mail-Archive in deinem Mailprogramm).
3.Sicher vorhandene Backups solltest du duplizieren (z.B. auf eine externe Festplatte oder einen anderen Cloud-Speicher), damit du eine zweite Sicherheitskopie hast.

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6. Lehren aus dem Hoststar-Ausfall: So machst du dich künftig robuster

Der aktuelle Ausfall zeigt deutlich, wie abhängig viele Firmen – aber auch Vereine und Privatpersonen – von einem einzigen Hosting-Provider sind. Ein paar pragmatische Lehren:

6.1 Eigene Backups sind Pflicht

Verlasse dich nie nur auf das Backup deines Hosters.

  • Lade in regelmässigen Abständen eine Kopie deiner Website (Dateien + Datenbank) herunter.
  • Exportiere wichtige Mails regelmässig (z.B. als lokale Ordner in deinem Mailprogramm).
  • Bewahre mindestens eine Kopie offline auf (USB-Stick, externe Festplatte im Büro).

6.2 Domain und Webhosting entkoppeln

Wenn möglich:

  • Registriere deine Domain bei einem separaten Registrar.
  • Hoste Website und Mails bei einem oder mehreren unabhängigen Anbietern.

Dann kannst du im Notfall schneller reagieren und deine Domain auf einen anderen Server umstellen, ohne zürst komplizierte Freigaben abzuwarten.

6.3 Alternativen prüfen

Hoststar ist nicht der einzige Schweizer Hoster. Es gibt verschiedene Anbieter mit unterschiedlichem Fokus (z.B. mehr auf Performance, Support, Datensicherheit). Nimm dir nach der akuten Krise Zeit, Alternativen zu vergleichen:

  • Wie transparent kommuniziert der Anbieter bei Störungen?
  • Gibt es eine oeffentliche Status-Seite mit Live-Informationen?
  • Wie ist die bisherige Ausfallhistorie (z.B. via Bewertungsportale oder Foren)?

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7. Wann ist ein Anbieterwechsel sinnvoll?

Ein einmaliger kurzer Ausfall ist lästig, aber noch kein Grund zur Panik. Alarmzeichen sind dagegen:

  • Mehrere grössere Ausfälle in kurzer Zeit
  • Schlechte oder fehlende Kommunikation während Störungen
  • Kein klares Incident-Management (keine Status-Seite, keine Zeitprognosen)

Wenn du das Gefühl hast, dass du deinen Hoster nicht mehr für zuverlässig hältst, ist ein geplanter Wechsel sinnvoll. Gehe dabei strukturiert vor:

1.Erstelle ein vollständiges Backup deiner Website und Datenbanken.
2.Exportiere alle wichtigen Mails.
3.Richte beim neuen Anbieter zürst alles ein.
4.Stelle anschliessend die DNS-Einträge deiner Domain auf den neuen Hoster um.

So minimierst du die Downtime beim Wechsel.

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8. Fazit

Der anhaltende Hoststar-Ausfall zeigt: Selbst in einem Land mit gut ausgebauter Infrastruktur sind Ausfälle bei Webhostern keine Ausnahme. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Anbieter Probleme hat, sondern wie er damit umgeht.

Für dich als Kundin oder Kunde gilt:

  • Prüfe sachlich, ob und wie stark du betroffen bist.
  • Dokumentiere den Vorfall und informiere deine eigenen Kundinnen und Kunden transparent.
  • Nutze die Krise, um deine Backup-Strategie und Providerwahl grundlegend zu hinterfragen.

So machst du deine Online-Präsenz widerstandsfähiger – egal, welcher Hoster künftig deine Daten speichert.