Server & Infrastruktur

Windows Server 2025: Überblick für Einsteiger und kleine Firmen

13. Januar 2026
9 Min. Lesezeit

Was ist Windows Server 2025?

Windows Server 2025 ist ein Betriebssystem für Server. Es ist der Nachfolger von Windows Server 2022.

Wichtige Punkte:

  • Läuft auf echter Server-Hardware oder in einer virtuellen Maschine (VM)
  • Ist für Firmen gedacht, nicht für normale Privat-PCs
  • Steuert Dinge wie Benutzeranmeldung, Dateifreigaben, Drucker, Datenbanken oder Anwendungen im Netzwerk

Wenn Sie heute noch Windows Server 2012, 2016, 2019 oder 2022 einsetzen, ist 2025 die nächste Generation.

Welche Varianten gibt es?

Für die meisten kleineren Umgebungen sind zwei Editionen interessant:

Windows Server 2025 Standard

  • Für kleinere Firmen mit wenigen virtuellen Maschinen
  • Typische Nutzung:

- 1–2 Domain Controller (Anmeldung, Gruppenrichtlinien)

- Fileserver für gemeinsame Ordner

- Einfache Anwendungsserver

Windows Server 2025 Datacenter

  • Für Firmen mit vielen VMs pro Host
  • Typische Nutzung:

- Virtualisierungs-Hosts mit Hyper-V

- Cluster mit hoher Verfügbarkeit

- Große Storage-Umgebungen

Als Faustregel:

  • Wenige VMs → Standard reicht oft
  • Viele VMs pro Host oder Cluster → Datacenter prüfen

Was ist neu oder wichtiger geworden?

1. Sicherheit

Microsoft setzt stärker auf „sichere Standardeinstellungen“:

  • TPM 2.0 und Secure Boot werden wichtiger
  • Alte, unsichere Protokolle wie SMB1 sollen verschwinden
  • Mehr Schutzfunktionen sind von Anfang an eingeschaltet

Das erhöht die Sicherheit, kann aber Probleme machen, wenn noch sehr alte Geräte oder Programme im Einsatz sind.

2. Hybrid und Cloud

Windows Server 2025 ist enger mit Azure und der Cloud verbunden:

  • Server lassen sich über Azure Arc mit verwalten
  • Sicherungen können direkt in Azure Backup laufen
  • Notfall-Wiederherstellung kann über Azure Site Recovery erfolgen

Sie müssen Azure nicht nutzen – aber Microsoft macht es sehr einfach, wenn Sie es wollen.

3. Virtualisierung und Container

  • Hyper-V bleibt die eingebaute Virtualisierungslösung
  • Container (z.B. für moderne Webanwendungen) werden besser unterstützt

Für kleine Firmen reicht oft ein einfacher Hyper-V-Host mit ein paar VMs. Container sind eher spannend, wenn Sie eigene Software entwickeln oder viele kleine Dienste betreiben.

Vorteile von Windows Server 2025

  • Längerer Support: Neue Version, also längerer offizieller Supportzeitraum
  • Bessere Sicherheit: Moderne Standards, bessere Voreinstellungen
  • Bessere Integration mit der Cloud: Einfachere Sicherung, Überwachung und Verwaltung
  • Aktuelle Plattform: Neue Hardware und Software wird auf 2025 am längsten unterstützt

Risiken und typische Stolpersteine

  • Alte Hardware: Sehr alte Server ohne TPM 2.0 oder aktuelle Firmware können ungeeignet sein
  • Alte Software: Uralt-Programme oder Spezialgeräte (z.B. alte Scanner, Messgeräte) funktionieren eventuell nicht mehr sauber
  • Fehlende Backups: Ein Upgrade ohne vollständige Sicherung ist riskant
  • Lizenzkosten: Pro-Core-Lizenzierung kann bei vielen CPU-Kernen teuer werden

Was sollten kleine Firmen vor einem Umstieg prüfen?

1.Bestandsaufnahme machen

- Welche Server-Versionen laufen aktuell?

- Welche Rollen? (z.B. Domäne, Dateien, Druck, SQL, Terminalserver)

- Welche Hardware wird genutzt? (Alter, Hersteller, TPM vorhanden?)

2.Kompatibilität klären

- Hersteller der wichtigen Fachanwendungen fragen: „Unterstützen Sie Windows Server 2025?“

- Prüfen, ob es aktuelle Treiber für wichtige Geräte (Drucker, Scanner, Spezialhardware) gibt

3.Backup-Strategie prüfen

- Haben Sie ein vollständiges System-Backup, das sich wirklich zurückspielen lässt?

- Werden Daten regelmäßig gesichert und getestet?

4.Rollout-Plan machen

- Nicht alle Server auf einmal umstellen

- Mit weniger kritischen Systemen beginnen

- Einen klaren Plan für den Notfall (Rollback) haben

Typische einfache Szenarien

Szenario 1: Kleine Firma mit einem Server

Aktuell: Windows Server 2012 / 2016, Rollen: Domäne, Datei, Druck.

Möglicher Weg:

  • Neue Hardware mit TPM 2.0 anschaffen
  • Windows Server 2025 Standard installieren
  • Rollen sauber migrieren (neuer Domain Controller, Daten migrieren)
  • Alte Maschine als Backup-Server oder für Testzwecke nutzen – oder ausmustern

Szenario 2: Mittelstand mit Virtualisierung

Aktuell: 2–3 Hosts mit Hyper-V und Windows Server 2016/2019.

Möglicher Weg:

  • Pro Host prüfen, ob ein In-Place-Upgrade sinnvoll ist oder Neuinstallation besser
  • Hosts auf Windows Server 2025 Datacenter migrieren
  • VMs schrittweise aktualisieren (Domain Controller, Fileserver, Applikationsserver)
  • Azure Backup/Azure Arc testen, um Backup und Verwaltung zu vereinfachen

Kurze Checkliste „Ja, wir sind bereit für Windows Server 2025“

  • Unsere wichtigste Software ist offiziell für Windows Server 2025 freigegeben
  • Unsere Server-Hardware unterstützt TPM 2.0 und aktuelle Firmware
  • Wir haben getestete Backups
  • Wir haben einen einfachen Plan, welche Server wann umgestellt werden

Wenn Sie bei einem dieser Punkte zögern, sollte erst dieses Problem gelöst werden, bevor Sie produktiv auf Windows Server 2025 wechseln.

Fazit

Windows Server 2025 ist für kleine Firmen und Einsteiger vor allem eines: eine moderne, länger unterstützte Server-Version mit besserer Sicherheit und guter Cloud-Anbindung. Sie müssen nicht alles nutzen, was möglich ist – wichtig ist, dass Ihre Hardware passt, Ihre Software kompatibel ist und Sie ein sauberes Backup sowie einen klaren Plan für die Umstellung haben. Dann ist der Wechsel ein sinnvoller Schritt und kein Risiko-Spiel.