Microsoft 365

Microsoft 365 Copilot: Die wichtigsten AI-Neuerungen im Januar 2026

13. Januar 2026
9 Min. Lesezeit

1. Mehr Kontext: Copilot versteht Ihre Arbeit besser

Im Januar 2026 erweitert Microsoft Copilot vor allem im Hintergrund: Die AI versteht Zusammenhänge in Ihren Dokumenten, Chats und Meetings genauer.

1.1 Word, Excel und PowerPoint mit Projektblick

Copilot kann nun:

  • Dokumentserien erkennen – z.B. Angebote, Verträge, Protokolle zum gleichen Kunden.
  • Versionen abgleichen – Requests wie "nutze die Zahlen aus der zuletzt geteilten Version" funktionieren zuverlässiger.
  • Präsentationen aus mehreren Quellen bauen – es kombiniert Inhalte aus Word, Excel und bestehenden Folien konsistent.

Beispiel aus dem Alltag:

> "Erstelle eine 5‑Folien-Executive-Präsentation basierend auf dem letzten Quartalsbericht und der Budgetplanung 2026. Fokus auf Risiken und offene Entscheidungen."

Früher verstand Copilot oft nur ein Einzeldokument. Jetzt bezieht er automatisch weitere, fachlich passende Dateien ein – sofern Sie Berechtigungen haben.

1.2 Outlook und Teams: Aufgaben statt nur Text

Copilot erkennt Aufgaben aus E-Mails und Chats deutlich zuverlässiger.

Neue Möglichkeiten:

  • Aufgabenliste aus einem Chat: "Zeige mir alle Aufgaben aus diesem Chat, nach Verantwortlichen sortiert."
  • Follow-ups planen: "Lege für alle offenen Zusagen in diesem Thread Erinnerungen für nächsten Dienstag Vormittag an."
  • Meeting-Entscheide extrahieren: Nach einem Teams-Meeting: "Liste alle Entscheide, Zuständigkeiten und Deadlines aus diesem Meeting auf."

Copilot wird damit vom Textgenerator zum Assistenten, der Arbeitspakete strukturiert.

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2. Neue Funktionen in den Kern-Apps

2.1 Word: Entwürfe und Reviews in einem Schritt

Im Januar-Update kann Copilot in Word besser mit Zielgruppen und Ton umgehen:

  • Stil anpassen: "Formuliere sachlicher und kürzer" oder "Erkläre verständlich für Personen ohne Fachwissen".
  • Roter Faden prüfen: Copilot markiert Passagen, die nicht zum Zielpublikum oder zur Kernaussage passen.
  • Policy-Checks (falls aktiviert): Hinweise bei vertraulichen Begriffen oder personenbezogenen Daten in Vorlagen.

Damit sparen Sie Zeit beim Erstentwurf und bei der Qualitätskontrolle.

2.2 Excel: Szenarien statt Formelsuche

Microsoft positioniert Copilot in Excel noch klarer als Szenario-Maschine.

Beispiele für sinnvolle Prompts:

  • "Zeige mir, wie sich der Gewinn entwickelt, wenn die Materialkosten um 8 % steigen und der Umsatz gleich bleibt."
  • "Erstelle drei Szenarien (optimistisch, realistisch, pessimistisch) für 2026 und fasse diese in einer Übersichtsgrafik zusammen."

Technisch entstehen weiterhin Formeln, Pivot-Tabellen und Diagramme – Sie müssen sie aber nicht im Detail verstehen.

2.3 PowerPoint: Präsentationen direkt aus Meetings

Neu kann Copilot aus einem Teams-Meeting automatisch eine Präsentation erstellen:

  • Prompt: "Erstelle eine Präsentation mit maximal 10 Folien aus dem heutigen Projektmeeting. Fokus: Entscheidungen, Risiken, nächste Schritte."
  • Datengrundlage: Transkript, Chat, geteilte Dateien, Whiteboard-Notizen.

Ideal für Status-Updates, Entscheidungsvorlagen und Management-Reviews.

2.4 Outlook: Antworten im passenden Ton

Copilot steuert Ton und Länge der Antwort genauer:

  • "Kurze, neutrale Antwort mit Rückfrage zum Budget."
  • "Höfliche, klare Absage mit Vorschlag für alternative Termine im März."

Zusätzlich:

  • Thread-Zusammenfassungen für lange Verläufe mit vielen Beteiligten.
  • Risiko-Hinweise (falls aktiviert), z.B.: "Diese Mail enthält möglicherweise personenbezogene Daten. Sollen diese vor dem Versand anonymisiert werden?"

2.5 Teams: Präzisere Meeting-Recaps

Copilot-Recaps in Teams werden strukturierter und rollenbewusster:

  • Gliederung nach Agenda, Entscheidungen, offenen Punkten, Zuständigkeiten.
  • Rollenfilter: "Zeige mir die Punkte, die für mich als Projektleiter relevant sind."
  • Bessere Erkennung von Zusagen: "Ich kümmere mich darum" wird Person, Thema und Termin zugeordnet.

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3. Sicherheit und Compliance im Fokus

Viele Organisationen hatten Sicherheitsbedenken. Microsoft legt im Januar 2026 deshalb bei Governance und Transparenz nach.

3.1 Granulare Steuerung von Datenquellen

Admins können genauer definieren:

  • In welchen Bereichen Copilot überhaupt genutzt werden darf (z.B. nur bestimmte Teams, Standorte oder Abteilungen).
  • Welche Datenquellen Copilot verwenden darf (SharePoint-Bibliotheken, Teams-Kanäle, bestimmte Postfächer).
  • Ob Copilot Inhalte aus sensiblen Bereichen nur zusammenfassen oder auch direkt zitieren darf.

Wichtig: Copilot respektiert weiterhin alle Berechtigungen. Ohne Lesezugriff gibt es auch über Copilot keine Inhalte.

3.2 Datenspeicherungen, Logs und Transparenz

Neu stehen erweiterte Optionen für Copilot-Daten bereit:

  • Aufbewahrungsfristen für Copilot-Chats.
  • Audit-Logs für sicherheitsrelevante Aktionen.
  • Quellen-Transparenz für Nutzer: Copilot zeigt, aus welchen Dateien und Standorten Informationen stammen.

KMU können meist bei Standardprofilen bleiben. Große Unternehmen erhalten den Detaillierungsgrad, den Compliance verlangt.

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4. Administration und Lizenzen: Weniger Komplexität

4.1 Vereinfachte Copilot-Lizenzierung

Microsoft reduziert im Januar 2026 die Variantenvielfalt:

  • Klarere Pakete wie Copilot für Microsoft 365, Copilot für Frontline, Copilot für Entwickler.
  • Bessere Übersichten im Admin Center, welche Personen Copilot-Lizenzen haben und wo sie ihn nutzen.

Das erleichtert Pilotprojekte und stufenweise Einführungen.

4.2 Vordefinierte Richtlinien-Profile

Neu gibt es Standard-Policy-Profile, z.B.:

  • Konservativ – stark eingeschränkte Datenquellen, keine externen Freigaben.
  • Ausgewogen – sinnvoller Standard für die meisten Organisationen.
  • Innovativ – breite Nutzung mit klaren Leitplanken, ideal für Pilotgruppen.

Admins können mit einem Profil starten und es später feinjustieren, statt alles von Grund auf selbst zu definieren.

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5. Praktische Einsatzszenarien für Januar 2026

5.1 Führung und Management

  • Wöchentliche Entscheidungs-Reports aus Projekt-Updates in Teams.
  • Verdichtete Zusammenfassungen langer E-Mail-Verläufe als Grundlage für Entscheidungen.
  • Präsentationen für die Geschäftsleitung oder den Verwaltungsrat aus bestehenden Unterlagen.

5.2 Projektleitung

  • Automatische Aufgabenlisten aus Meetings und Projektchats.
  • Risiko- und Statusberichte in Word, basierend auf Excel-Zahlen und Teams-Protokollen.
  • Abfragen wie: "Zeige mir alle offenen Punkte aus den letzten drei Projektmeetings."

5.3 Mitarbeitende im Tagesgeschäft

  • Schnellere E-Mail-Antworten im passenden Ton.
  • Erste Entwürfe für Konzepte, Protokolle, Anleitungen.
  • Erklärungen komplexer Dokumente: "Erkläre dieses Dokument in 5 Sätzen für jemanden ohne Fachwissen."

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6. Sinnvoll starten – ohne Überforderung

So können Unternehmen die Januar-Neuerungen pragmatisch nutzen:

1.Klein starten – eine Pilotgruppe mit klar definierten Use Cases.
2.Einfache Spielregeln für AI-Nutzung und Umgang mit vertraulichen Daten festlegen.
3.Standard-Policy wählen (z.B. "ausgewogen") und nur das Notwendige anpassen.
4.Erfahrungen nach 4–6 Wochen auswerten: Wo spart Copilot wirklich Zeit, wo entstehen Risiken?
5.Schrittweise ausrollen, begleitet von kurzen, praxisnahen Schulungen.

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7. Fazit: Copilot wird zum ernsthaften Arbeitswerkzeug

Die AI-Neuerungen im Januar 2026 machen Microsoft 365 Copilot erwachsener:

  • Mehr Kontext, weniger Blindflug.
  • Mehr Sicherheits- und Governance-Optionen.
  • Weniger Lizenz- und Einführungchaos.

Für Organisationen, die Copilot bisher nur getestet haben, lohnt sich ein neuer Blick – nicht wegen spektakulärer Einzel-Features, sondern weil Copilot besser zum realen Arbeitsalltag in Teams und Projekten passt.