Microsoft Patch Tuesday Januar 2026: 3 Zero-Days und 114 Sicherheitsluecken verstaendlich erklaert
Uebersicht: Was ist der Patch Tuesday?
Patch Tuesday ist der Tag, an dem Microsoft einmal im Monat neue Sicherheitsupdates veroeffentlicht – in der Regel am zweiten Dienstag. An diesem Tag werden geschlossene Sicherheitsluecken bekannt gegeben und Updates bereitgestellt.
Im Januar 2026 sind es:
- 114 Sicherheitsluecken insgesamt
- 3 Zero-Day-Luecken, die bereits aktiv ausgenutzt werden
Wenn Sie Windows nutzen – zu Hause oder im Buero –, betrifft Sie das direkt.
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Begriffe kurz und einfach erklaert
Damit Sie die Meldungen einordnen koennen, genuegen ein paar Grundbegriffe:
Was ist eine Sicherheitsluecke?
Eine Sicherheitsluecke ist ein Fehler in Software. Angreifer koennen ihn nutzen, um:
- Programme abstuerzen zu lassen
- Daten zu stehlen
- Schadsoftware zu installieren
- Ihr Geraet zu uebernehmen
Was bedeutet Zero-Day?
Eine Zero-Day-Luecke ist eine Sicherheitsluecke, die Angreifer bereits ausnutzen, bevor es ein Update gibt oder bevor die Oeffentlichkeit davon weiss.
Im Januar 2026 gibt es drei solcher Schwachstellen. Das ist ernst, aber kein Grund zur Panik – wenn Sie zeitnah aktualisieren.
Kritisch vs. wichtig
Microsoft stuft Luecken in Kategorien ein, typischerweise:
- Kritisch: Ermöglicht oft das Ausfuehren von Programmcode aus der Ferne. Angreifer koennen ohne Ihr Zutun Schadsoftware installieren.
- Wichtig: Gefaehrlich, aber meistens braucht der Angreifer eine zusaetzliche Aktion von Ihnen (z.B. eine Datei oeffnen).
Beide Kategorien sollten Sie ernst nehmen, aber kritische Luecken haben Vorrang.
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Welche Systeme sind typischerweise betroffen?
Die genauen Bulletins aendern sich jeden Monat, aber bei einem grossen Patch Tuesday wie im Januar 2026 sind erfahrungsgemaess unter anderem betroffen:
- Windows 10 und Windows 11 (alle aktuell unterstuetzten Editionen)
- Windows Server (z.B. 2019, 2022)
- Microsoft Office und Microsoft 365 Apps
- Browser wie Microsoft Edge
- Komponenten wie .NET, Visual Studio oder Azure-Dienste
Wichtig: Wenn Ihr System noch Updates von Microsoft erhaelt, ist es fast sicher betroffen und sollte gepatcht werden.
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Warum diese 3 Zero-Days besonders wichtig sind
Zero-Day-Luecken sind heikel, weil Angreifer hier einen Vorsprung haben. Typischerweise gilt:
- Angriffe sind bereits in freier Wildbahn beobachtet worden.
- Sicherheits-Tools erkennen die Angriffe oft noch nicht zuverlaessig.
- Kriminelle kopieren erfolgreiche Angriffsmethoden sehr schnell.
Darum sollten Sie nicht wochenlang warten, sondern die Updates innerhalb weniger Tage einspielen.
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So finden Sie heraus, ob Ihr Windows aktuell ist
Unter Windows 10
Steht dort, dass Updates bereitstehen oder ein Neustart noetig ist, sollten Sie diese möglichst bald installieren.
Unter Windows 11
Aktivieren Sie nach Moeglichkeit Automatische Updates, wenn dies bei Ihnen organisatorisch erlaubt ist.
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Empfohlene Update-Strategie fuer Privatanwender
Fuer private Nutzer ist eine einfache, sichere Vorgehensweise sinnvoll:
Lassen Sie Windows Updates selbststaendig herunterladen und installieren.
Viele Sicherheitsluecken sind erst nach einem Neustart geschlossen.
- Edge, Chrome und Firefox aktualisieren sich meist automatisch.
- Pruefen Sie regelmaessig über das Menue Hilfe → Ueber.
Halten Sie sich an Windows Update und die integrierten Update-Funktionen von Programmen.
Mindestens wichtige Dokumente regelmaessig auf ein externes Laufwerk oder in einen Cloud-Speicher sichern.
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Update-Strategie fuer kleine Unternehmen
Kleine Firmen haben oft keinen eigenen IT-Sicherheitsbeauftragten. Gerade dort ist eine klare, einfache Routine wichtig:
- Welche Windows-Versionen sind im Einsatz?
- Welche Office-Version?
- Gibt es Server (Dateiserver, Terminalserver, Applikationsserver)?
- 1–3 Geraete (oder eine kleine Benutzergruppe) erhalten die Updates zuerst.
- Beobachten Sie 1–2 Tage, ob groessere Probleme auftreten.
- Planen Sie einen festen Patch-Zeitpunkt (z.B. jeweils Donnerstagabend nach dem Patch Tuesday).
- Kommunizieren Sie kurz, dass Neustarts notwendig sind.
- Vorher eine aktuelle Sicherung (Backup) erstellen.
- Wenn moeglich, ausserhalb der Geschaeftszeiten patchen.
- Zuerst weniger kritische Server, dann zentrale Systeme.
Notieren Sie Datum, betroffene Systeme und Besonderheiten. Das hilft bei spaeteren Problemen und bei Audits.
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Wie erkenne ich, ob ich von einer Zero-Day-Luecke betroffen war?
Ganz klar: In der Praxis fast gar nicht. Angriffe sind oft unauffaellig.
Sie koennen aber ein paar Dinge tun:
- Antiviren- und EDR-Software aktuell halten
Nutzen Sie eine zuverlaessige Sicherheitsloesung und lassen Sie sie automatisch aktualisieren.
- Ereignisanzeige gelegentlich pruefen
Unter Windows: Ereignisanzeige oeffnen und auf haeufige Fehlermeldungen oder Abstuerze achten.
- Ungewoehnliches Verhalten ernst nehmen
- Programme starten ploetzlich nicht mehr
- Der PC ist ploetzlich permanent ausgelastet
- Unbekannte Programme tauchen auf dem Desktop auf
Bei einem konkreten Verdacht sollten Sie einen Profi oder den IT-Support beiziehen.
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Haeufige Mythen rund um Windows-Updates
Mythos 1: "Ich installiere nie Updates, dann geht auch nichts kaputt."
In Wirklichkeit steigt das Risiko, dass etwas kaputt geht – naemlich Ihre Daten oder Ihr Geraet durch Schadsoftware.
Mythos 2: "Ein Virenscanner reicht."
Ohne Updates bleibt die Tuer offen, der Virenscanner kann nicht alles abfangen.
Mythos 3: "Ich bin zu uninteressant, mich hackt eh niemand."
Angriffe laufen meistens automatisiert. Systeme werden gescannt und angegriffen, egal wem sie gehoeren.
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Konkrete To-do-Liste fuer heute
Wenn Sie diese Schritte konsequent nach jedem Patch Tuesday wiederholen, senken Sie Ihr Risiko deutlich – auch bei grossen Update-Runden wie im Januar 2026 mit drei Zero-Day-Luecken und 114 geschlossenen Schwachstellen.